Januar 2014 | Frieden

erzählt von Th.S.

blog_friedenAls ich letzten Dezember im Dorf meine Einkäufe erledigte, traf ich einen Bekannten, einen jungen Mann. Wir kamen ins Gespräch. Es wurde, wie kann es anders sein, auch übers Wetter gesprochen. Der Tag war trüb, dichter Nebel lag über dem Dorf, die Bäume und Sträucher mit Raureif – sprich Biecht – überzogen. Der junge Mann erzählte mir, wie sehr er diese Stimmung geniesse. Die Winterzeit im Allgemeinen sei für ihn Entspannung pur. Er glaube, ja er spüre sogar, wie die Hektik nachlasse und die Leute viel friedlicher und weniger aggressiv miteinander umgingen.
Eine Woche später, mein Mann und ich machten bei unserem Kurzurlaub einen Halt auf dem Reschenpass, kam mir das Gespräch mit dem jungen Mann in den Sinn. Die Stimmung die uns dort oben umgab war einmalig. Die ganze Landschaft schneebedeckt, der Reschensee, indem das versunkene Dörflein liegt, mit einer feinen Eisschicht überzogen und der Kirchturm der aus dem Wasser ragt, war mit einer Schneemütze geschmückt. Das Ganze wurde durch die Sonne am stahlblauen Himmel mit ihren goldenen Strahlen warm übermalen. Der Blick auf die hohen Berge, man sah bis in die Dolomiten, einfach wunderschön. Die Menschen die mit ihren Kameras diese Idylle fotografierten, verhielten sich ruhig, still und sprachen viel leiser miteinander.
Ich denke, der junge Mann hat Recht mit seiner Aussage. Vielleicht braucht der Mensch eine stillere Zeit, eine Zeit zum Nachdenken, eine Zeit sich zu besinnen was wichtig ist – und vielleicht, vielleicht kommt irgendwann die Zeit, wo es möglich sein wird, wenigstens in unserem Umfeld friedlich miteinander umzugehen.