Dezember 2013 | Schaufenster

erzählt von Th.S.

blog_schaufensterSchaufenster – ein Spiegelbild unserer Gesellschaft?

Als ich neulich durch den Berner Bahnhof schlenderte und mir die Wartezeit mit Schaufenster betrachten verkürzte, fiel mir auf, dass alle gleich oder ähnlich gestaltet sind. Schmuck, Kleider, Uhren in Reih und Glied, nach Preisen und natürlich nach jeweiligen Marken geordnet, denn Marken (oder heute Labels) sind wichtig und werden in den Vordergrund gerückt. Alles sehr professionell, sehr modern aber auch sehr langweilig.

Wenn ich da an meine Kindheit und Jugendzeit denke, da war ein Schaufensterbummel ein tolles Erlebnis. Zum Beispiel in der Weihnachtszeit, da gab es Märchenfiguren, Knusperhäuschen, Winterlandschaften zu bestaunen. Die Waren wurden so präsentiert, dass man unbedingt die Farbstifte haben wollte, die auch Schneewittchen oder Dornröschen benutzten. Liebevoll wurde alles arrangiert, sodass es wohl zum Konsumieren verführte, man aber gleichzeitig etwas zum Bewundern oder zum Träumen hatte, auch wenn diese Träume und Wünsche selten in Erfüllung gingen. Auch später als erwachsene Person, war es ein Vergnügen vor Festtagen einen Schaufensterbummel zu unternehmen und sich an den schönen zum Teil sogar stilvollen Auslagen zu erfreuen. Heute kenne ich niemanden der noch „schaufensterle“ geht, sie werden vielleicht so wie ich, achtlos vorüber eilen, weil es leider nicht mehr viel zu Staunen oder zu Träumen gibt.