August 2012 | Gastfreundschaft

erzählt von Th.S.

blog_gastfreundschaftZufälligerweise zappte ich letzthin auf einen Fernsehsender, auf dem in einer Gesprächsrunde das Thema Gastfreundschaft in der Schweiz diskutiert wurde.
Die Meinungen gingen, wie bei jeder Diskussion, meilenweit auseinander. Die Schweizer wurden als wortkarg, herb, schwerfällig und bedächtig bezeichnet, deshalb halte sich des Schweizers Gastfreundschaft in Grenzen. Das sei auch gut so, meinte die eine Seite der Runde, ein gewisses Misstrauen gegenüber Fremden habe noch nie geschadet. Der andere Teil glaubte zu wissen, dass durch Offenheit, Freundlichkeit, Spontanität und Menschlichkeit Brücken gebaut würden und dadurch ein grösseres Verständnis allem Fremden gegenüber entstehe.
Ich muss zugeben, dass auch ich dieser Meinung bin und dies kürzlich sogar erfahren durfte. In unseren Ferien in Frankreich besuchten wir ein kleines Privatmuseum. Der Museumsbesitzer führte uns persönlich durch sein kleines Reich. Er fesselte uns mit seinen interessanten Geschichten. Das führte dazu, dass wir uns nach der Führung weiter unterhielten und der Mann uns ganz spontan zu einem Barbecue, das er für den nächsten Tag geplant hatte, einlud. Gerne nahmen wir die Einladung an und so kam es, dass wir als Fremde in einer grossen Gruppe von Franzosen einen wunderschönen, ungezwungenen, informativen Nachmittag erlebten.
Ich frage mich, ob das bei uns in der Schweiz auch passiert wäre, wenn wir irgendwo ein kleines Museum oder sonst Irgendetwas besucht hätten. Ich denke, punkto Gastfreundschaft könnten wir alle noch ein wenig dazu lernen.