April 2014 | Sprüche

erzählt von Th.S.

blog_feder„Eine Flaumfeder kann einen Kieselstein rundschleifen, sofern sie von der Hand der Liebe geführt wird.“ Hugo von Hoffmannsthal

Das ist einer meiner Lieblingssprüche, er begleitet mich schon seit vielen Jahren.

In einer Morgensendung von Radio SRF forderte der Moderator die Zuhörer auf, ihren Lieblingsspruch telefonisch mitzuteilen. Sie hätten dann die Möglichkeit zu erzählen, warum gerade dieser Spruch zu ihrem Favoriten wurde. Ich habe nicht angerufen. Trotzdem liess ich meine „Lieblinge“ im Kopf Revue passieren. Während ich nachdachte, kamen mir die Diskussionen, die ich oft und gerne mit meinem Vater geführt habe, in den Sinn. Es gab eine Zeit, da waren wir selten gleicher Meinung. Unsere Ansichten gingen meilenweit auseinander. Jedenfalls endeten diese Gespräche immer mit dem gleichen Spruch meines Vaters:

„los Meitschi, merk dr, so wi me sech bettet, so ligt me“.

Diese Aussage mag ziemlich abgedroschen und banal klingen. Trotzdem hat sie für mich bis heute Gültigkeit. Immer wenn ich eine wichtige Entscheidung treffen musste – oder muss – höre ich den Spruch von meinem Vater und überlege dann recht lange die Vor- und Nachteile, bevor ich mit entschliesse. Mir ist schon bewusst, dass man dieses Verhalten auch unentschlossen oder unflexibel nennen kann. Doch für mich stimmt es. Ich komme bis heute sehr gut damit zurecht.